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Schweden

 Reisende

Schweden hat nur ca.10 Mio. Einwohner, aber viel mehr Fläche als Deutschland (Schweden 450.000 qkm, Deutschland 357.000 qkm). Die meisten Menschen leben an der Küste und in den Städten. In den nördlichen Provinzen Jämtland, Norrbotten und Västerbotten wohnen im Durchschnitt nur 2,3 Menschen pro Quadratkilometer. Dort kann man also wirklich Natur und Einsamkeit finden.

statista.com schreibt: "Schweden belegt den dritten Platz im Ranking der Länder mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Die hohe Lebensqualität in Schweden zieht Menschen an und führt zu allgemeinem Bevölkerungswachstum. Gleichzeitig belegt Schweden einen Spitzenplatz im Ranking der beliebtesten Länder für Frauen und dem Ranking der kinderfreundlichsten Länder der Welt."
Ich habe mich in Schweden immer sehr sicher und respektiert gefühlt und habe den Eindruck, dass Frauen in Schweden gleichberechtigt leben. Wir haben vor allem im Norden viele LKW-Fahrerinnen gesehen, sogar Baggerfahrerinnen und andere Frauen auf der Baustelle. Schweden war bisher das einzige Land, wo ich nicht komisch beäugt wurde, wenn ich am Steuer unseres "Monsterles" saß. Schweden ist ein gutes Reiseland für Frauen, auch Alleinreisende.


In Schweden leben Einwanderer aus fast allen Ländern der Welt. Der Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei ca.20%. Amtssprache ist schwedisch. Es gibt außerdem mehrere anerkannte Minderheitensprachen wie Samisch, Finnisch, Meänkieli, Romani und Jiddisch. Wir bemerken dies vor allem an den Ortsschildern und Hinweistafeln, die zweisprachig beschriftet sind.

Fast alle Schweden sprechen Englisch. Das liegt zum Einen daran, dass es an allen Schulen als erste Fremdsprache gelehrt wird, außerdem werden die Filme im TV nicht synchronisiert, sondern laufen in Originalsprache mit schwedischen Untertiteln.

Schweden ist eine parlamentarische Monarchie und hat einen König und eine Königsfamilie: König Carl XVI. Gustaf, seine deutschstämmige Frau Silvia und die Kinder Kronprinzessin Victoria, Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine.

Schweden gehört zur Europäischen Union, verwendet als Zahlungsmittel nicht den Euro, sondern die Schwedische Krone. (10 Kronen = ca. 1€). Allerdings haben wir tatsächlich kein einziges Mal Bargeld gebraucht, außer dem 10-Kronen Stück für den Einkaufswagen. Selbst kleinste Beträge werden in Schweden mit Kreditkarte bezahlt. An der Tankstelle wird ausschließlich mit Karte getankt.


Auf einigen Stellplätzen muss mit der Swish-App bezahlt werden, die aber nur mit schwedischem Bankkonto und schwedischer Personennummer funktioniert. Wir haben dann immer nach der Kontonummer gefragt und den Betrag überwiesen. https://www.svenskanyheter.de/faq-swish-fuer-deutsche-urlauber/

In den Telia-Shops kann man sehr günstig Sim-Karten kaufen, auch von anderen Anbietern wie Halebop oder Telenor. Wir erstanden dort 60 GB zusätzliches Datenvolumen, um die Fußball- EM 2021 anzuschauen. Genauere Infos dazu gibt´s hier: https://camperstyle.de/prepaid-karten-schweden/

Tempolimits für Wohnmobile über 3,5t: Innerorts 50 km/h und auf Landstraßen 80 km/h. Detailliertere Infos über Verkehrsregeln gibt´s hier: https://camperstyle.de/verkehrsregeln-schweden/

Unser wichtigstes Tool ist dieser Flyer. Liegt immer griffbereit im Handschuhfach. Nach jedem Grenzübertritt wissen wir sofort, was Sache ist.

Maut Öresundbrücke: Nach der Brücke bezahlt man mit Kreditkarte, je nach Größe des Fahrzeugs. Monsterle 7,5t, 7m lang, 128€.

Citymaut Stockholm: Beim Durchfahren wird das Kennzeichen automatisch erfasst und die Rechnung zu Dir nach Hause geschickt. Sehr praktisch.

Tankstellen gibt es überall. Allerdings sind sie auf dem Land oft "unbemannt", man braucht also unbedingt eine Kreditkarte mit PIN. Und auf längere Touren mit der Enduro empfehle ich einen Reservekanister mitzunehmen.

In Schweden herrscht Lichtpflicht, auch wenn´s hell ist.

Promillegrenze: 0,2

Innerhalb Europas ist Schweden das Land mit der größten Elchpopulation. Vor allem im Norden kann es vorkommen, dass ein Elch direkt neben der Straße steht. Als wir mit den Enduros durch die Wälder Lapplands gefahren sind, wurde Wolf von einem erschrockenen Jungelch fast vom Motorrad geworfen.
In Schweden haben wir viele Tiere gesehen: Füchse, eine Dachsfamilie, Rentiere und mehrere Eulen. Außerdem sieht man viele Vögel und Fische.

Teuer ist Schweden (für uns Deutsche) schon lange nicht mehr. Es gibt überall exzellent ausgestattete Supermärkte, die im Prinzip dieselben Produkte verkaufen, wie im restlichen Europa. Selbst im hohen Norden haben wir für Gemüse der Saison nicht mehr bezahlt, als im heimischen Edeka. Vor allem die jüngeren Mitarbeiterinnen im Laden sprechen perfekt Englisch und helfen gerne weiter, wenn man einen Artikel nicht findet. Eine Besonderheit ist das schwedische Brot: Es gibt keine Bäckereien, Brot kauft man im Supermarkt. Und schwedisches Brot ist immer süß! Google Maps ist in diesem Fall nicht hilfreich. Wenn man "Bakery" sucht, landet man immer in einer Konditorei, die ausschließlich Kuchen und Kekse anbietet.

Da ist Selberbacken die Lösung, denn mindestens 10 verschiedene Mehlsorten und Trockenhefe findet man wiederum in jedem Supermarkt. Das Rezept für mein Pfannenbrot liest Du in meinem Blog: www.womonauten.de/blog/einmal-um-die-ostsee

Oder es gibt eben mal wieder ein Omnia-Brot.

Fisch kaufen wir am liebsten direkt in der "Rökeri". Dort gibt es meist nicht nur Geräuchertes sondern auch frische Fische, Krabben und "Sil". Sil ist sauer eingelegter Hering in verschiedenen Marinaden, die "swedish-style" natürlich süßlich schmecken.

Schweden lieben Süßes. In den Läden gibt es immer eine riesige Auswahl an Süßigkeiten (Godis), Schüttware, die man sich selbst mit einer Schaufel in die Tüte packen kann. Außerdem sind viele Lebensmittel süß, die wir eher salzig kennen. Google erklärt das so: "Versteckten Zucker gibt es in nahezu allen schwedischen Lebensmitteln, nicht zuletzt in Wurstwaren. Wir erklären uns den hohen Zuckerkonsum so: Im EU-Vergleich waren schwedische Lebensmittel schon immer teuer. Um Herstellungskosten zu senken, hat man mehr Zucker verwendet als im restlichen Europa.23.03.2010".

Schweden ist Picknick-Land: An jedem Wanderweg, am Badeplatz oder am Straßenrand findet man schöne und saubere Picknickplätze. oft auch mit einer Feuerstelle und Grill. Müll liegt hier nirgends herum, die Leute behandeln Allgemeingut sorgsam und respektieren die Natur.

Klima und Reisezeit

Wikipedia schreibt: "Die Durchschnittstemperatur für den Juli beträgt 16 °C bis 18 °C im Süden und 12 °C bis 14 °C im Norden". Im Sommer 2021 hat diese Vorhersage so gar nicht gestimmt. Wir waren im Juni und Juli 2021 in Schweden unterwegs. Es war heiß! 3 Wochen lang hatten wir Temperaturen um die 30°C. Anfang Juli kam dann noch die Moskitoplage dazu. Vor allem in den Wäldern Lapplands wurden wir von den Biestern gestochen, sobald wir das Wohnmobil verließen. Die Moskitos dort sind riesig und wenn es windstill ist auch tagsüber aktiv. Um wenigstens in der Nacht eine kühle Brise zu haben, muss man möglichst nah am Meer stehen.
Angeblich verschwinden die Moskitos im August wieder. Unser Fazit: nächstes Mal reisen wir im September nach Schweden!

Die Sommerferien fangen in Schweden Anfang bis Mitte Juni an und enden Mitte bis Ende August. In dieser Zeit sind viele Schweden mit ihren Wohnmobilen unterwegs und in ihren Sommerhäusern. Wer die Einsamkeit liebt sollte zu einer anderen Zeit reisen oder hoch in den Norden fahren.

Das Midsommar Fest wird in der ersten Nacht zum Samstag nach dem 21. Juni gefeiert. Zur Sommersonnwende ist es im Norden 24 Stunden taghell, im Süden dämmert es für wenige Stunden. Traditionell wird um den mit Birkenreisig und Blumen geschmückten Maibaum getanzt, gesungen und oft recht wild gefeiert. 2021 war alles anders, das Feiern in größeren Gruppen war tabu.

Schweden liegt an der Ostsee, nördlich von Aland wird das Meer  "Bottnischer Meerbusen" genannt. Das Wasser wird nach Norden hin immer weniger salzig, so dass dort auch Süsswasserfische leben. Im Juni hatte das Meer im Süden gerade mal 17°C, sehr erfrischend. Nach Norden hin wird das Wasser dann immer wärmer, bis zu 20°C. Wegen des extrem heißen Sommers 2021 gab es in einzelnen Buchten Blaualgen, die auf der Haut Reizungen verursachen.

Schweden ist das "Land der 10.000 Seen". Die Wasserqualität ist in der Regel sehr gut und Baden ist überall erlaubt, wo es nicht verboten ist. In Flüssen und Seen gibt es viele verschiedenen Fischarten und auch das Angeln ist überall erlaubt, wo kein Verbotsschild zu sehen ist. In den sumpfigen Gebieten wachsen Espen und Birken, viele Tiere sind dort unterwegs und sehr viele Insekten.

Nordschweden besteht aus unendlichen Nadelwäldern mit Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen. Im Westen liegt das Skandinavische Gebirge, auch "Skanden" genannt. Die Berge sind 1000-2000 m hoch, dort liegt auch Schwedens höchster Berg, der 2117m hohe Kebnekaise. Eine Liste mit hohen Bergen Schwedens gibt´s hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Bergen_und_Erhebungen_in_Schweden

Da Schweden zwischen dem 55. und 69. Breitengrad liegt , gibt es einen großen Unterschied zwischen dem langen Tageslicht im Sommer und der langen Dunkelheit im Winter. Im Norden wird es im Sommer überhaupt nicht mehr dunkel. Die Sonne scheint grell bis kurz vor Mitternacht und verschwindet dann hinter den Bäumen. Es wird nur etwas schattiger und kühler, bis die Sonne um 2 Uhr nachts wieder durch kleinste Ritzen im Rollo scheint. Da ist eine Schlafbrille hilfreich.

Camping und Stellplätze

Es wird viel geschrieben über das "Jedermannsrecht" in Schweden, das „allemansrätt“. Diese Regel besagt, dass Du Dich überall in der Natur aufhalten darfst, Beeren und Früchte sammeln, Fische fangen und sogar mit dem Zelt übernachten darfst. Solange Du keinen Grundbesitzer störst, die Natur nicht beschädigst und Verbote in Nationalparks berücksichtigst, darfst Du Dich dort aufhalten. Allerdings gilt das nicht für Fahrzeuge, also auch nicht für Wohnmobile.


Es gibt überall Wanderparkplätze, Parkplätze an Badeseen oder am Meer, wo man problemlos für ein oder zwei Nächte stehen kann, ohne Wiesen und Wälder zu beschädigen.

Stellplätze:

In Schweden gibt es sehr schöne, oft ruhig gelegene Wohnmobil-Stellplätze, die mit der park4night-App gut zu finden sind. In der Regel gibt es dort kein Personal, alles ist frei zugänglich für die Benutzer und trotzdem sauber und ordentlich. Die Übernachtungsgebühr wird in eine Art Briefkasten geworfen (man kann auch Euro einwerfen) oder einfach überwiesen. Oft gibt es Duschen, Toiletten und eine Küche, manchmal auch eine Waschmaschine.

Einen abgelegenen, ruhigen Wohnmobil-Stellplatz mitten in der Natur haben wir in Kallerö gefunden, im Kallriga Naturreservat, kostenlos und direkt am Wasser. Es geht 5 km auf einer Piste durch den Wald, bis zum Ufer eines Sees (oder Meer?). Mehrere Wanderwege sind ausgeschildert und es gibt einen Turm, um die Vögel im Schilf zu beobachten.

Den absoluten "Premium-Stellplatz" fanden wir in Ratan, wenige Kilometer nördlich von Umea. Der Stellplatz ist nicht nur bei Wohnmobilisten, sondern auch bei Seglern sehr beliebt. Er liegt am kleinen Hafen von Ratan, einem "Museumsdorf" mit geschichtlichem Hintergrund. Hier gibt es eine gut funktionierende Waschmaschine, man kann sich ein Boot leihen, es gibt einen Grill und Picknickplatz.

Der Stellplatz Tavelsjö ist wunderschön gelegen am gleichnamigen See, ca. 30 km von Umea entfernt. Direkt am Seeufer gibt es Platz für 4-5 Fahrzeuge, eine Feuerstelle mit Tisch und Bänken. Es ist nachts ganz ruhig.

Campingplätze:

Die Insel Oknö ist durch eine Brücke mit Monsteras verbunden. Oknö ist ein kleines Urlaubs-Paradies mit vielen Badestellen, zwei Campingplätzen und vielen hübschen Ferienhäusern. Als wir im Juni dort ankommen, ist noch alles ruhig und friedlich, aber bald fangen die Ferien an...

Mit dem Mountainbike geht´s immer am Ufer entlang.

Auf Kaffetorpets Camping stehen wir direkt am Waldrand, wenige Meter vom Badesteg entfernt. Nachts hören wir die Eulen rufen und unternehmen eine Expedition in den Wald. Da es nicht richtig dunkel wird, können wir die Eulen oben auf den Bäumen sitzen sehen. https://kaffetorpetscamping.com/galleri-eng.html

Zwischen Sundsvall und Umea biegt man von der E4 ab Richtung Mjällom und Norrfällsviken. Die "Höga Kusten" (die "Hohe Küste") zählt wegen ihrer geologischen Besonderheiten zum Weltnaturerbe: https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6ga_Kusten

Der Camping Norrfällsviken ist sehr weitläufig und groß. Es gibt Hütten zu mieten und auf  ebenen Schotterplätzen mit Stromanschluss stehen die Wohnwägen, teilweise im Wald oder am Strand. Aber es gibt auch viele "Offroadplätze" mitten im Wald mit Vogelgezwitscher. Und wer braucht schon Landstrom, wenn die Sonne fast 24 Stunden scheint...
Am Midsommar-Wochenende füllt sich der Platz mit schwedischen Wohnmobilen, Zelten und Großfamilien. Am Montag danach sind fast alle wieder weg.

An der E10, nördlich von Lulea biegt man rechts ab nach Jämtö und zu Rörbäcks Camping. Auch hier darf man sich nicht abschrecken lassen, wenn im Sommer alles voller Wohnwagen und Wohnmobilen steht. Die Schotterplätze am Ufer in der Nähe der Duschhäuser sind begehrt. Das eigentliche Naturparadies fängt weiter hinten an, der Weg wird sandig, stehen darf man, wo man will (oder kann). Dank Allrad finden wir diesen paradiesischen Platz mit Badestrand und Bäumen für die Hängematte. Es gibt Wege zum Wandern und Mountainbiken und sogar einige Schotterpisten für unsere Enduros.

Lappland, Dorotea: DoroCamp liegt in Dorotea direkt an der E45. Von hier aus erkunden wir das "Borgafjäll-Skigebiet" um den ca. 700 m hohen Gipfel. Am See beginnen mehrere Wanderwege in die Berge.

Unsere Highlights

Endurotour Borgafjäll: Vom DoroCamp geht es 100 km auf Asphalt durch den Wald bis zum Skigebiet. Ein Stopp auf halber Strecke in Högland lohnt sich auf jeden Fall, denn dort liegt das Freiluftmuseum auf einer Lichtung im Wald. Ein altes Sägewerk wird vom Mühlrad angetrieben und in den Hütten sieht man, wie die Menschen noch vor 100 Jahren gelebt haben. Am See ist für die Motorräder Endstation, nur zu Fuß darf man weiter. Auf dem Rückweg meiden wir die asphaltierte Straße und fahren auf Schotterwegen durch kleinere Ansiedlungen im Wald zurück. Die Strecke ist fahrtechnisch anspruchslos, geht aber durch endlose Wälder und an einem langgezogenen See entlang. Die gesamte Strecke ist 220 km lang. Zum Glück gibt´s im Skigebiet neben dem ICA-Supermarkt eine Zapfsäule, wo wir tanken können.

Die Schweden lieben sogenannte "Classic Cars", also amerikanische Straßenkreuzer, Amischlitten. Am Wochenende sieht man häufig Gruppen von liebevoll gepflegten Oldtimern langsam durch die Straßen cruisen. Im Sommer finden Treffen statt und "Classic Car-Veranstaltungen".... normalerweise. 2021 wurden alle Veranstaltungen abgesagt.

Zu unserem ausführlichen Reisebericht Schweden geht´s hier: Einmal um die Ostsee

Finnland ist nicht weit. Hier mein Reisebericht Finnland.

Karte

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