Steckbrief 

Marokko

Marokko ist riesengroß
Marokko ist unglaublich vielfältig
Marokko ist wunderschön

Unsere Infos für 

Marokko

 Reisende

Es gibt hohe Gebirge, wilde Schluchten, Wüsten, Oasen, Sandstrände, moderne Städte und ganz abgelegene Berberdörfer.

Der höchste Berg im Hohen Atlas ist der Jabal Toubkal mit 4167 Metern.

Infos:
Für „Einsteiger in die arabische Welt“ ist es ein prima Land zum „Schnuppern“. In den Städten habe ich viele Frauen in Jeans und ohne Kopftuch gesehen. Sie sind gut ausgebildet, haben wenige Kinder und fahren Auto. Auf den Dörfern sind die Frauen oft verschleiert und haben viele Kinder.
Marokko ist ein Königreich, das seit 1999 von König Mohammed VI. regiert wird. Unter seiner Herrschaft wird das Land liberaler, Frauen und Kinder bekommen mehr Rechte.Es gibt eine Schulpflicht auch für alle Mädchen .                                   
Die Hauptstadt heißt Rabat.
Der Alltag in Marokko ist sehr stark vom Islam geprägt. Der gläubige Moslem akzeptiert Gottes Wille und nimmt ergeben sein Schicksal an. Kismet, Allah hat es so gewollt, da kann man nichts machen.
Sprache:
Die Amtssprache ist arabisch, Zweitsprache französisch. Wir konnten uns mit etwas "Schulfranzösisch" meistens verständlich machen. In touristischen Regionen wird auch oft deutsch oder englisch verstanden.
Währung:
Bezahlt wird mit Dirham. 2017 bekamen wir für 1 Euro ca.11 Dirham.

In der Wechselstube lasse ich mir immer gleich 2-300 Dh in ganz kleinen Scheinen geben, damit ich für Einkäufe auf dem Markt oder in kleinen Läden gerüstet bin.
An den meisten Geldautomaten kann man mit Kreditkarte und PIN 2000 Dh pro Tag abheben.
Wir haben immer, bevor wir in die Wüste, in die Berge oder sonstwo in die Pampa gefahren sind, eine ausreichende Menge Dirhams gezogen.
Zeitzone im Sommer +2 Std., im Winter +1 Std.
Tankstellen
: An der Küste und in der Nähe von großen Städten konnten wir immer mit Kreditkarte bezahlen. Weiter im Süden und im Landesinneren geht Tanken oft nur mit Bargeld. Diesel kostete 2017 ca.0,80€/Liter
AdBlue haben wir in Zagora in einem kleinen Laden für Autozubehör bekommen. Der 10 liter Kanister kostete 180 Dh. In Marrakesch kostete der Kanister nur 130 Dh an der Tankstelle Petromin in Al-Baraka auf der N8.
Der Reiseführer „Marokko“ vom Bruckmann Verlag enthält kurz und knackig alle wichtigen Infos und Highlights. Es liegt eine gute Übersichtskarte dabei mit allen wichtigen Spots. Gefällt mir sehr gut!
Das „Reisehandbuch Marokko“ von Edith Kohlbach ist mit fast 690 Seiten und wenig Bildern sehr ausführlich. Es enthält viele Routenbeschreibungen für Selbstfahrer und manchen Insidertipp. http://www.edith-kohlbach.de/reisefuehrer.html

Abseits der ganz großen Straßen ist Marokko ein absolut geniales Offroad-Paradies.
Wichtig sind gute Karten in kleinem Maßstab. Google Maps reicht nicht aus. Viele kleine Sträßchen und Wege sind dort nicht verzeichnet.


Für die Planung unserer Endurotouren haben wir uns an den Vorschlägen von MDMOT von Dana&Martin „Offroadstrecken Marokko“ orientiert.

Einreise:

  • Einreisen kann man mit dem Reisepass, der noch min. 6 Monate gültig sein muss.
  • Fahrzeugschein und Grüne Versicherungskarte sind Pflicht
  • Fahrzeugpapiere müssen zum Reisepass passen, d.h. jedes Fahrzeug muss auf eine mitreisende Person zugelassen sein.  
  • Mopeds mitnehmen nach Marokko: Carnet de passage ist nicht notwendig. Unbedingt darauf achten, dass alle Mopeds bei der Einreise erfasst werden!
  • Drohne mitnehmen ist verboten. Wir wurden bei der Einreise explizit danach gefragt.
  • Alkohol mitnehmen ist natürlich verboten, wurde bei uns nicht kontrolliert.

Verkehr:

  • Tempolimits innerorts je nach Beschilderung: 40-60 km/h, außerorts 100 km/h und Womos über 2,20 m 70km/h .
  • Null-Promille
  • Anschnallpflicht
  • Achtung im Kreisverkehr gilt rechts vor links!
  • Polizeikontrollen stehen häufig an Orts-Aus- und -eingängen und an Abzweigungen. Da sie Laserpistolen haben, ist es wichtig nie zu schnell zu fahren. Meist werden Touristen durchgewunken. Es ist aber äußerst wichtig, dass wir unseren Respekt vor der Uniform zeigen. Also Geschwindigkeit runter, kurz anhalten, bis sie uns durchwinken und dann freundlich grüßen und weiterfahren. Diese Polizisten sorgen schließlich für unsere Sicherheit und machen Marokko für uns zu einem sicheren Urlaubsland.

Meine persönlichen Marokko-Reise-Tipps:

Wer gerne mit den Einheimischen quatschen möchte, sollte unbedingt sein Französisch auffrischen! Wir haben die Marokkaner als sehr freundliche, kommunikative Menschen kennengelernt und haben uns oft geärgert, dass wir nicht besser französisch konnten.

In Sidi Ifni wird auch noch spanisch gesprochen, da es noch bis 1969 unter spanischer "Besatzung" war.

Unser Obst und Gemüse haben wir immer auf dem Markt gekauft. Dort ist es meist besser und frischer, als im Supermarkt. Als Touristen zahlen wir oft etwas mehr. Aber billig ist es trotzdem und wir unterstützen damit die einheimischen Bauern. Es ist empfehlenswert immer Münzen und kleine Scheine dabei zu haben. Auf dem Markt kann ein 100 Dh-Schein oft schwer gewechselt werden.

Klima und Reisezeit

An der Atlantikküste herrscht ein ähnliches Klima wie auf den Kanarischen Inseln: Im Sommer steigt die Temperatur an der Küste selten über 30°C , im Winter fällt sie selten unter 15°C.  Am Meer geht meistens ein leichter Wind.
Sobald man von der Küste in Richtung Atlasgebirge fährt, ändert sich das Klima: Im Sommer herrschen bis zu 45 °C, während in der kalten Jahreszeit die Temperatur auch bis zum Gefrierpunkt fallen kann. In den Höhenlagen des Atlasgebirges fällt im Winter sogar Schnee. Manche Berggipfel sind bis in den Sommer hinein schneebedeckt.
Südlich des Atlas in den Sahara-Randgebieten herrscht sehr heißes und trockenes Wüstenklima. Es regnet sehr selten und im Sommer kann es um die 40°C heiß sein. Außerdem weht in dieser Region oft der Scirocco, ein heißer, staubiger Wind aus der Sahara.
Die beste Reisezeit um im Landesinneren herumzufahren, ist im Frühjahr (von März - Ende Mai) oder im Herbst (Oktober und November). Im Sommer ist es einfach zu heiß.
Im Nordwesten hingegen ist die beste Reisezeit von April bis November.
Als wir Anfang März 2017 zum ersten Mal in Marokko waren, lag im Gebirge überall noch Schnee und es regnete viel. Die Pisten im nördlichen Teil des Landes waren zu schlammig zum Motorrad fahren, so dass wir erstmal an der Atlantikküste nach Süden fuhren. Südlich von Agadir fing dann das gute Wetter an.

Camping und Stellplätze

Campingplätze in Marokko:
Da wir unsere Toilette und Dusche im Womo haben, beurteilen wir Campingplätze nicht nach den sanitären Anlagen. Diese sind in Marokko sehr unterschiedlich und werden in den einschlägigen Campingführern oder Apps beurteilt. Prima für Marokko ist die App https://park4night.com/
Von Edith Kohlbach gibt es auch den „Campingführer Marokko-Mauretanien“ mit offiziellen Campingplätzen und freien Stellplätzen.
Die Angabe der Koordinaten im Buch ist sehr hilfreich, da viele Plätze schlecht oder gar nicht ausgeschildert sind. https://www.edith-kohlbach.de/

Campingplatz in Zagora (Preise von 2
Campingplatz in Tata mit neuem Waschhaus

Für uns ist es immer wichtig, dass der Platz ruhig ist und genügend Platz für unser "Monsterle". Gerne gehen wir auf Campingplätze, um andere Reisende zu  treffen, mit denen wir uns austauschen können. Wenn wir mit den Motorrädern unterwegs sind, "parken" wir unser Wohnmobil auch immer gerne auf einem Camping, damit es nicht so allein ist.  

Campingplatz in Zagora
Frei stehen bei Taghazout am Surfer-Strand

Freies Campen ist in Marokko grundsätzlich erlaubt. Und es ist absolut ungefährlich. Allerdings tauchen auch in der vermeintlich einsamsten Gegend früher oder später irgendwelche Bewohner auf, um sich die Touristen mal anzusehen. Oft klappt die Verständigung mit ein paar Brocken französisch ganz gut.

Großer Stellplatz in Oualidia

An der Atlantikküste gibt es viele Campingplätze, die man dann auch nutzen sollte. Wir haben es selbst nie erlebt, aber angeblich wird man dort von der Polizei auf einen „sicheren“ Campingplatz geschickt.
Die Versorgung auf den Stellplätzen ist meistens sehr gut, da viele Marokkaner gerne ein Geschäft mit den Touristen machen. Die Händler kommen vorbei und bringen Brot, Obst oder Gemüse direkt ans Wohnmobil. Vorbestellungen für den nächsten Morgen werden gerne angenommen.

Der Fischhändler bot uns sogar an, den Fisch abends fertig gebraten ans Wohnmobil zu bringen. Sehr lecker!
Auf vielen Campingplätzen können auch Tajines zum Abendessen ans Wohnmobil bestellt werden.

Die Tajine wird heiß im Tongefäß serviert und enthält Gemüse der Saison und oft Fleisch.

Auf den Campingplätzen kann man meistens seine Wäsche zum Waschen abgeben und bekommt sie dann schön sauber und gefaltet am nächsten Tag zurück. Manchmal gibt´s aber auch nur eine Waschmaschine. Der Wind trocknet die Wäsche sehr schnell.


Im Süden gibt es auf einigen Plätzen nur wenig Wasser, manchmal nicht ganz optimaler Qualität. Ich empfehle, das Trink- und Kochwasser dort gut abzukochen oder Flaschenwasser zu verwenden.        

Unsere Highlights

Einer unserer Lieblingsplätze in Marokko ist ganz klar die Gegend um "Les Roches Paints". Tafraoute ist eine nette, kleine Stadt im Antiatlas-Gebirge, die sich schon auf die Bedürfnisse der Touristen eingestellt hat. In der Hauptsaison sind dort wohl viele Touristen anzutreffen. Wir waren dort im März, es war keineswegs überfüllt, einige Franzosen waren noch mit Wohnmobilen unterwegs. Hier leben fast nur Berber. Es gibt viele kleine Geschäfte, in denen Teppiche, Schmuck und andere Souvenirs angeboten werden.

In der Palmerie am Ortsausgang stellen wir uns zu den vielen französischen Womos. Hier gibt es Ver- und Entsorgung für kleines Geld. Am Morgen kommt die Berberfrau und bringt uns Brot ans Wohnmobil.

Richtig umgehauen hat uns die Hochebene oberhalb von Tafraoute: Die „Roches Paints“ liegen inmitten einer beeindruckenden Granitlandschaft. Die blau angemalten Felsen stehen vollkommen surreal in dieser wunderschönen Gegend herum.

Wir suchen uns einen schönen Platz für unser Womo irgendwo auf dem Hochplateau und genießen diesen ganz besonderen, fast schon magischen Platz.

Es ist vollkommen ruhig, man sieht alle Sterne und den Mond. Kein einziges Flugzeug, keine Kondensstreifen am Himmel. Magic!
Von hier aus unternehmen wir eine sehr schöne Tagestour mit den Enduros:
Die Schluchtentour ist eine 120 km lange Rundtour durch beeindruckende Schluchten und Oasen. Endurotour Schluchtentour

Ein weiteres Highlight unserer Marokkoreise war natürlich die große Düne bei Merzouga und unsere Endurotour rund um diesen riesigen Sandhaufen herum.

Erg Chebbi
Sogar am Abend ist auf der Düne noch Betrieb

An der Düne selbst herrscht Hochbetrieb: Wir beobachten zwei Spanier, die mit ihren Jeeps durch den Sand heizen.Und einige Franzosen probieren aus,wie weit sie mit ihren Quads die Düne hinauffahren können.

Überall wandern Touristen durch den Sand.

Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann auf dem Dromedar durch die Wüste reiten.

Rund um den Erg Chebbi bieten die Beduinen Touren an.

Wir gehen auf den Campingplatz "La Rose du Sable“, wo wir direkt neben der Düne stehen. Natürlich kann man rund um den Erg Chebbi auch einfach frei stehen. Mit den 6€ für den Camping erkaufen wir uns eben auch die Ruhe vor den Verkäufern. Im Restaurant des Campings essen wir teure Tajine und trinken Bier von durchschnittlicher Qualität.

In der Nacht genießen wir die Stille der Wüste und den wunderschönen Sternenhimmel darüber.

Sonnenaufgang über der Düne

Endurotour um den ErgChebbi

Highlight Nr.3 waren für uns die Tour durch die absolut sehenswerte Todra- und Dades-Schlucht.

Tinerhir ist unser Ausgangspunkt für die Tour durch die Dades-und Thodra-Schlucht. Auf der Dachterasse eines Restaurants haben wir den Überblick über Tinerhir.

Man kann Ver-und Entsorgen

Camping Ourti ist am Ortsausgang in Richtung Ouarzazate, direkt am Busbahnhof "Gare Routiere" gelegen. Praktisch, aber laut.

Endurotour Todra-und Dades-Schlucht

Hier klicken für unsen Reisebericht Marokko 2018
Unser Video "Von Ouarzazate nach Marrakesh" findest Du unter https://youtu.be/fg-eFMwgcUE

Weitere Fotos findest Du in meinem Flickr-Album Marokko: https://www.flickr.com/photos/utesreisen/albums/72157671808623157

Supergute Tipps und Infos zur Einreise nach Marokko mit dem Wohnmobil haben wir hier gefunden: https://herman-unterwegs.de/tarifa-tanger-mit-dem-wohnmobil-nach-afrika/


Karte

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