Mitte November wird auch in Südspanien das Wetter schlechter. Die kürzeste Fährverbindung nach Marokko geht von Tarifa nach Tanger-Ville und dauert nur 35 Minuten.

Weil die Herbststürme toben, warten wir in Tarifa auf ruhigeres Wetter für die Überfahrt.

Auf der Schnellfähre gibt es nur 2 Plätze für hohe Fahrzeuge. Wir müssen als Letzte rückwärts reinfahren.

Die Überfahrt ist unruhig, aber zum Glück kurz.

Da es auch im Norden Marokkos regnet und im Gebirge sogar schneit, fahren wir auf dem kürzesten Weg in Richtung Sonne. Eine erste Übernachtungsmöglichkeit auf dem Campingplatz bietet sich nach ca. 130 km in Moulay Bousselham an.

Gleich neben dem Eingang des Campings kaufen wir die marokkanische SIM-Karte. Der nette Herr dort spricht französisch und englisch und aktiviert die Karte gleich für uns.

Von Moulay Bousselham bis Oualidia fahren wir 380 km an der Küste entlang.

In Oualidia gibt es einen großen Parkplatz für Wohnmobile, 2 Minuten vom Strand entfernt, bewacht, leider die ganze Nacht beleuchtet, aber wir bekommen sehr leckere Tajine ans Wohnmobil gebracht. Und wir unternehmen einen ersten langen Strandspaziergang am Atlantik.

Von Oualidia bis Sidi Kaouki sind es nur noch 200 km entlang der Küste. Allerdings ist die Strecke über Safi nicht zu empfehlen! Man fährt entlang der Industrieanlagen, die Luft ist staubig und stinkt nach Chemie. Es ist besser und schneller ab Oualidia im Landesinneren über die N1 zu fahren.
20 km südlich von Essaouira geht´s an den Surfer-Strand von Sidi Kaouki.

Letzte Novemberwoche: das Surferparadies scheint im Winterschlaf zu liegen. Surfshops und Restaurants sind größtenteils geschlossen. Vom Meer her weht ein kühler Wind, am Morgen ist es neblig und feucht und um 17.30 Uhr wird es dunkel und kalt. Unser Campingplatz ist fast leer, wir sitzen trotzdem noch etwas draußen mit den anderen 8 Campingplatz-Bewohnern.

Am Wochenende kommen Tagesausflügler an den Strand zum Reiten oder Spazierengehen.

Wir treffen Margot und Brett, die mit ihrer Vespa über Land von Australien bis nach Europa gekommen sind.

Mit den Mopeds geht´s die 20 km nach Essaouira, natürlich fahren wir die„Abkürzung“ über die Speedpiste. Es staubt!

Vor der Medina können wir auf dem bewachten Parkplatz sogar unsere Helme abgeben.

Die Altstadt von Essaouira erscheint uns wohlgeordnet, man wird kaum angesprochen und kann in Ruhe durchschlendern.

Unsere erste Endurotour führt uns durch "biblische Landschaften" zum Plage Iftane und Sidi Ahmed.

Vom Campingplatz in Sidi Kaouki aus fahren wir die P2201 nach Süden immer entlang der Küste, bis sich die Straße ins Landesinnere wendet (Kreuzung P2201/P2222).

Wir nehmen die Piste Richtung Küste. Es ist karg und steinig, Esel stehen im Schatten der Arganien und die Menschen tragen Kaftan und Turbane. Und es ist unglaublich heiß. Hier weht nicht mehr der kühlende Wind vom Meer, wir messen 26° !
Wir probieren einige Wege, bis wir die Stichstraße hinunter zum Plage Iftane finden. Viele Wege enden auch in den Dörfern oben an der Steilküste. Eine bessere Karte als Google-Maps ist empfehlenswert. Spaß haben wir trotzdem!

Wir sind in Marrakesch verabredet und fahren die 200 km über die N1 gemütlich in 3 Stunden.

Direkt im Zentrum gibt es einen Parkplatz hinter der Koutoubia Moschee. Im hinteren Teil gibt es Plätze für Wohnmobile und es ist erstaunlich ruhig, da der Straßenlärm von den Mauern abgehalten wird.

Leider regnet es fast den ganzen Tag bei 8-10°C und selbst auf dem Platz der Gehenkten ist kaum was los.

Wir besuchen den Park „Anima by André Heller“, der 30 km außerhalb von Marrakesch liegt. Man könnte auch mit dem kostenlosen Shuttlebus hinfahren, wir bevorzugen unser Wohnmobil.

Der Park ist wunderschön angelegt, eine Oase der Ruhe.

Über das Atlasgebirge fahren wir in Richtung Ouarzazate. Wir genießen die schöne Strecke durch die Berge, für die man wegen der Baustellen auch einige Zeit einplanen muss. In Ait Ben Haddou machen wir einen kurzen Besuch und steigen im Abendlicht auf den Hügel. Von oben hat man einen tollen Überblick auf die umliegende Ebene und  das alte Lehmdorf.
Unsere Fahrt mit dem Wohnmobil von Marrakesch nach Ouarzazate könnt Ihr in diesem Video anschauen:

Mehr über Ait Ben-Haddou findet Ihr bei Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/A%C3%AFt-Ben-Haddou

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