In Helsinki fahren wir auf die Fähre nach Tallinn und sind schon 2 Stunden später in Tallinn, der Hauptstadt von Estland. Wegen der Corona-Pandemie ist uns der Landweg über Sankt Petersburg leider versperrt. Die Tickets für die Überfahrt konnten wir online kaufen bei Directferries.com. Die Ticketbüros am Hafen waren wegen pandemischen Gründen geschlossen.

Ankunft in Tallinn

Auf dem Schiff erhalten wir per SMS den Link für das Einreiseformular, mit dem wir uns anmelden und unseren Impfstatus angeben müssen. Während der Überfahrt hören wir Durchsagen auf Englisch , dass sich hier jeder kostenlos impfen lassen kann.

Wir fahren direkt auf den Wohnmobil Stellplatz am Hafen in Pirita. Von dort aus geht´s entlang der Uferpromenade mit den Rädern in die City von Tallinn. Nachdem wir in Helsinki nur sehr wenige Touristen gesehen haben, sind wir von den vielen Menschen in Tallinn ganz überrascht. Jedoch erfahren wir, dass normalerweise etwa 3 Millionen Touristen jährlich nach Tallinn kommen.

Tallinn ist das wirtschaftliche, politische und touristische Zentrum Estlands. Die Altstadt ist das am besten erhaltene Stadtzentrum in Nordeuropa, ein wirkliches Juwel.

Der Freiheitsplatz

Wir fahren zuerst auf den Domberg in der Oberstadt, um uns von den Aussichtspunkten einen Überblick zu verschaffen. Von oben gucken wir auf die unterschiedlichen Stadtteile hinunter und erkennen viele verschiedene Baustile. Es gibt stalinistische Prachtbauten, alte Häuser aus der Zeit der Hanse (14.-16.Jh.) und ganz moderne Gebäude. An vielen Stellen findet wir deutsche Inschriften aus der Zeit, als Tallinn noch Reval hieß.

Im Café auf dem Harju-Hügel (Harjumägi) gibt es leckere Kuchen

Über Kopfsteinpflaster radeln wir durch die Unterstadt. Hinter jeder Ecke gibt es neue, interessante Fotomotive.

Bei 30°C im Schatten suchen wir uns ein Restaurant und freuen uns über die Preise.

Verglichen mit Helsinki kommt uns hier alles supergünstig vor.

RMK Peraküla

80 km und 3 Stunden weiter finden wir einen RMK Camping am angeblich "schönsten Strand Estlands" in einem Naturschutzgebiet.

Übersetzung: "SCHÖNE FERIEN! Was auch immer Sie mit in den Wald bringen, nehmen Sie wieder mit nach Hause."

Der "Camping" ist ein Parkplatz am Strand mit Grillstellen, Toilettenhäuschen und Mülleimern und ziemlich vielen Autos. Es ist Samstagabend, im Kiefernwald sind  kleine Zelte aufgebaut, auf den Feuern brutzeln die Steaks, es läuft Musik. Viele junge Leute und auch einige Familien mit Kindern verbringen hier das Wochenende.

Zum Sonnenuntergang gehen alle an den Strand und schauen zu, wie die glutrote Sonne ins Meer fällt. Trotz der vielen Menschen verbringen wir eine ruhige Nacht. Wir genießen es sehr, dass es nachts wieder einigermaßen dunkel wird. Wir können die Fenster offenlassen, eine kühle Brise weht vom Meer herein und lässt uns sehr gut schlafen.

Der Strand hinter den Dünen ist sehr schön, heller, feiner Sand, keinerlei Müll, sauberes Wasser mit angenehmen 25°C. Am Sonntag kommen viele Tagesbesucher, es ist wieder einiges los, viele junge Leute mit kleinen Kindern kommen an den Strand. Wir hören Estnisch und Russisch. Am Abend packen alle ihre Zelte ein und fahren nach Hause.

Hier kann man stundenlang am Strand spazieren gehen und in der 20°C warmen Ostsee baden. Manchmal gibt es sogar Wellen! Allerdings gibt es auch riesige, blutsaugende Bremsen, die uns jagen, sobald der Kopf aus dem Wasser schaut.

Übersetzung: "Aufgetankt für den Urlaub? CityAlko Aber denken Sie daran, dass Sie dann nicht hinters Lenkrad sitzen,"

Pärnu, die „Sommerhauptstadt“ Estlands liegt etwa 130 km weiter südlich in einer großen Bucht. Hier verbringen die Einheimischen ihre Ferien und in normalen Jahren kommen viele finnische und russische Touristen in die Stadt.

An der Strandpromenade gibt es große Parkplätze, wo man mit dem Wohnmobil parken und übernachten kann. Wir packen die Räder aus und schauen uns das Städtchen an.

Im Zentrum stehen viele hübsch renovierte Gebäude, die an die Zeit des Zarenreiches erinnern, als Pärnu ein bekannter Kurort war. Als wir die äußeren Bezirke durchradeln, können wir uns gut vorstellen, wie das Leben hier noch vor 30 Jahren ausgesehen haben mag. Estland war von 1940 an Teil der Sowjetunion und wurde erst 1991 unabhängig.

Der alte Friedhof in Pärnu

Als wir am Fluss entlang radeln, entdecken wir diesen alten Friedhof. Auf den Gräbern stehen deutsche Namen. Wir vermuten, dass dies ein Soldatenfriedhof ist. Vieles in Pärnu (früher: Pernau) erinnert an die bewegte Geschichte Estlands.

Pärnu Rand

Am Strand gibt es mehrere Beach Bars, die leckere Mojitos anbieten und coole Musik laufen haben. Im Liegestuhl lassen wir den ereignisreichen Tag ausklingen. Estland gefällt uns sehr gut!

Weiter geht unsere Ostsee-Umrundung immer an der Küste entlang in Richtung Süden.

In Rannametsa verlassen wir die Hauptstraße und nehmen die kleine Küstenstraße, die Alte Rigaer Landstraße. Nach einigen Kilometern sehen wir am Straßenrand den Wegweiser zum Café Kosmos. Dort bekommen wir ein sehr leckeres Frühstück serviert.

Das Kosmonautika Puhkekeskus war zu Sowjetzeiten ein Erholungszentrum für verdiente Kosmonauten und Wissenschaftler. Sogar Valentina Tereschkowa (die erste Kosmonautin) und Juri Gagarin haben hier ihren Urlaub verbracht. Heute kann man hier nette Ferienhäuschen in Strandnähe mieten.

In Kabli steigen wir auf den Aussichtsturm, der direkt an der Straße steht. Hier beginnt der Kabli Nature Trail mit vielen Erklär-Tafeln zu Landschaft, Flora und Fauna. Unter dem Turm stehen zwei estnische Wohnmobile und lassen ihre Generatoren laufen.

Wir fahren weiter und plötzlich sind wir in Lettland. Auf dem Handy erhalten wir wieder eine SMS mit der Bitte, uns gleich anzumelden.

Die Grenze zu Lettland

Wer mehr über Estland erfahren möchte: Estland Infos

Gleich geht´s weiter zum Reisebericht Lettland.

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