In der letzten Septemberwoche 2017 reisen wir von Ulcinj in Montenegro aus nach Albanien ein.

Unser erstes Foto auf albanischem Boden beschreibt das Land sehr gut.

In Albanien fährt man "nach Gefühl". Das Auto- und auch das Motorradfahren finden wir sehr entspannt und man kann fahren, wie man will, solange man sich mit den anderen Verkehrsteilnehmern verständigt. Es ist kein Problem einfach langsam zu fahren oder irgendwo stehen zu bleiben. Die Autos fahren dann eben vorbei ohne sich aufzuregen oder zu hupen.

Am Lake Shkodra Resort, einem sehr gepflegten Campingplatz am Shkodra See parken wir unser Wohnmobil und laden gleich die Mopeds ab. Wir fahren nach Shkoder, einer sehr lebendigen Stadt mit ca. 120.000 Einwohnern, die am Fuße der Albanischen Alpen liegt. Vorallem am Vormittag herrscht unglaublich viel Betrieb in den Geschäften und auf den Straßen, wie ein großer Markt. Es sind unzählige Radfahrer unterwegs, die ganz selbstverständlich auf der falschen Straßenseite fahren.
Mit den Motorrädern können wir natürlich immer überholen und uns überall durchschlängeln und parken wo wir wollen. Wichtig ist, kurz zu hupen, damit die Autofahrer uns bemerken und nicht erschrecken. Und wir müssen immer mit allem rechnen, da auch die anderen Verkehrsteilnehmer manchmal plötzlich stehenbleiben, rückwärts fahren oder aus einer Seitenstraße herauskommen.

Von unserem Stellplatz im Lake Shkodra Resort sehen wir die albanischen Alpen. Dieser Campingplatz ist sehr großzügig angelegt und top gepflegt. Ende September ist nicht mehr viel Betrieb.

Am Seeufer gibt es ein kleines Restaurant mit guter Küche. Dort bestellen wir auch das Brot für den nächsten Morgen. An der Rezeption tauschen wir unsere Euros in Lek um.

Unsere erste Motorradtour führt uns zum Koman-Stausee. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön und wir überholen immer wieder Wohnmobile, die hier nur langsam vorankommen. Einige wollen am nächsten Morgen die Fähre nehmen, die über den See durch spektakuläre Schluchten fährt.

Die Straße ist zwar asphaltiert, aber absolut endurotauglich mit vielen Schotterpassagen und Schlaglöchern.

Sonnenuntergang über dem Shkoder Sewe

Im Lake Shkodra Resort treffen sich Endurofahrer und Offroader aus ganz Europa, um die albanischen Alpen zu befahren. Dort befinden sich die höchsten Berge Albaniens, der Jezerca und der Radohima. Der Theth Nationalpark und das Valbona-Tal sind auch bei Wanderern sehr beliebt.

Die haben natürlich Vorfahrt

Ca. 8 km von Shkoder entfernt liegt die osmanische Bogenbrücke "Ura e Mesit". Sie liegt auf einer alten Handelsroute, die schon die Römer benutzten, um über die Berge nach Kosovo zu gelangen.

Der fast 10 km lange Sandstrand bei Velipoja wird im Sommer hauptsächlich von Badegästen aus Albanien und Kosovo besucht. Jetzt im Herbst ist der Ort ausgestorben und der Strand leer. Es macht riesigen Spaß mit dem Moped über den Sand zu düsen.

Bei unserem Lieblings-Gemüseverkäufer, dem kleinen Jungen am Kreisverkehr, erstehen wir leckerstes Obst und Gemüse.
Auch die Trauben sind süß und saftig.

Auf unserer Fahrt in den Süden begegnen uns viele interessante Fahrzeuge.

Auf der Autobahn...

Albanien ist Mercedes-Land.
Überall fahren meist ältere Mercedes-Modelle herum.
Über Durres und Vlora fahren wir bis nach Orikum ans Meer. Die Gegend um Orikum ist touristisch gut erschlossen, es gibt viele Hotels, Apartmenthäuser und Restaurants entlang der Küste.

Am nächsten Tag geht´s über den Llogara-Pass an die Südküste Albaniens. Die Straße ist anfangs noch gut ausgebaut, wird dann aber recht steil und kurvig. Die Passhöhe liegt 1027 m hoch, es ist kühl und nebelig.

Auf der Südseite des Passes gucken wir hinunter auf die albanische Riviera. Die Straße ist steil und kurvig, aber gut zu fahren.

Am Llogara-Pass sehen wir eine Ziegenherde

Der alte Ortsteil von Dhermi liegt hoch oben am Berg.

Wir fahren eine kleine, enge Straße zum Strand von Dhermi hinunter. Am Strand gibt es Restaurants, Ferienappartments, Läden... alles geschlossen. Wir beschließen weiter zu fahren.

Der neue Ortsteil Himares liegt in einer langen Bucht am Meer und ist touristisch gut erschlossen. Es gibt viele Geschäfte, Straßencafes und eine Strandpromenade mit Badestrand. Wir erfahren, dass hier im Sommer der Bär steppt. Da in Himare viele Menschen der griechischen Minderheit angehören, wird zum Teil griechisch gesprochen.

Alt-Himare liegt oben auf dem Hügel und ist nur zu Fuß zu erreichen.

In der benachbarten Bucht ist der Livadh-Beach mit gleich 3 Campingplätzen. Im Sommer gibt es dort Sonnenschirme und Liegen zu mieten, Strandbars und kleine Läden.

Jetzt, Ende September ist alles geschlossen, nur die beiden Campingplätze haben noch geöffnet. Vom Strand aus sehen wir die griechische Insel Korfu über der jeden Abend die Sonne untergeht. Der Kiesstrand vor unserem Campingplatz ist sauber, das Meer warm genug zum Schwimmen und das Wasser wunderbar klar.

Am Livadh Beach bei Himare gibt es auch schicke Hotels, die offensichtlich leerstehen.

Leider liegt oft Müll am Strand.

Wir parken unser Womo auf dem Campingplatz Kranea Beach Livadh-Himare und erkunden mit den Enduros das Hinterland.

Eine sehr spannende Endurotour führt entlang der Ex SH8. Die Tour geht von der Küste ins Hinterland, durch verlassene Dörfer und beeindruckende Natur. Auf dem Rückweg fahren wir nochmal über den Llogara-Pass. Im Oktober wird es schon früh dunkel. Da Lastenfahrräder, Mopeds, Traktoren und Eselskarren meist nicht beleuchtet sind,versuchen wir immer vor Anbruch der Dunkelheit unsere Motorradtouren zu beenden.
Hier geht´s zur TOUR

Nach der Tour...

Die südalbanische Küste im Oktober: Tagsüber klettern die Temperaturen auf 20-25 C, am Meer weht stets eine angenehme Brise.

Reste der ca. 200.000 Bunker in Albanien findet man heute noch überall im Land. Der Diktator Enver Hoxhas setzte sich zum Ziel für je vier Albaner einen Bunker zu bauen.
Weitere Bunker-Fotos gibt´s in meinem Flickr-Album "albanische Bunker"
Sehr interessante Infos zum Thema Bunker findet ihr auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Bunker_in_Albanien

Das Meer an der südalbanischen Küste ist auch im Oktober noch warm genug zum Schwimmen.

Zwischen Borsh und Sarande führt ein steiles Sträßchen zum Plazhi Lukove. Über den Strand verteilt stehen noch 5 andere Mobile da.

Am Morgen besuchen uns die Kühe.
Die Taverna Dashi bereitet Fleischspieße auf dem offenen Feuer.
Dazu gibt´s Salat mit Gemüse aus dem eigenen Garten.

An der Küste Albaniens erleben wir jeden Abend beeindruckende Sonnenuntergänge.

Auf der Straße spazieren Kühe, Schweine, Ziegen und Hühner. Die Ziegen sind schlau, sie warten am Straßenrand oder weichen uns aus. Die Schafe dagegen sind absolut unberechenbar und zwingen uns oft zum Anhalten.

Auf einer Erkundungstour entlang der Küste finden wir wunderschöne Badestrände. Dieser hier ist ein eingezäunter Privatstrand bei Sarande mit großem Tor und Bewachung. Der Wächter läßt Tagesgäste gerne hinein, betont aber, dass wir am Abend wieder gehen müssen.

Südlich von Sarande liegt dieser kleine Strand, Porto Palermo Beach. Es gibt auch ein Restaurant und einige Mobile stehen auch in der Bucht.

Möchte man von Butrint aus weiter nach Süden muß man um die Lagune herumfahren,oder diese Fähre über den Kanal nehmen. Von hier aus sind es dann noch ca. 30km bis nach Griechenland.

Butrint ist eine antike Ruinenstadt südlich von Sarande und die bekannteste Ausgrabungsstätte Albaniens. Das beliebte Touristenziel liegt auf einer Halbinsel im Butrintsee, der Teil des Nationalparks ist.
Weitere Infos zu Butrint: https://de.wikipedia.org/wiki/Butrint

Auf der Fähre über den Vivar-Kanal treffen wir diese beiden niederländischen Rollerfahrer, die auf dem Weg nach Neuseeland sind.

Auf dem Rückweg umfahren wir die Lagune. Dieses Feuchtgebiet ist Naturschutzgebiet, wo viele Vogel-,Reptilien- und Amphibienarten und Fische leben.

Der Strand bei Borsh ist ein beliebter Platz bei Wohnmobilisten.

Hier besuchen uns am Abend die Pferde aus dem Dorf.

Wir verlassen dieses schöne Land mit seinen herzlichen Bewohnern und wissen, dass wir ganz sicher wiederkommen werden. Mit dem Wohnmobil darf man überall stehen und wir haben selten so freundliche und herzliche Menschen getroffen, wie in Albanien. Die Menschen an der Straße winken uns häufig freundlich zu.

Weitere Reiseberichte findest Du hier: Reisebericht Marokko, Reisebericht Griechenland

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