Verdorbener Magen:
Magendrücken, Völlegefühl, leichte Übelkeit entstehen rasch, wenn man ungewohnte Speisen probiert oder leicht verdorbene Lebensmittel isst. Meist helfen dann Iberogast- oder Ingwer- Tropfen, um die Verdauung wieder in Ordnung zu bringen.

Verdorbener Magen, Lebensmittelvergiftung:
Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen sind Alarmsymptome des Körpers, die über das Brechzentrum gesteuert werden. Empfängt das Brechzentrum starke Signale, wird als Schutzreflex Erbrechen ausgelöst. In verdorbenen Speisen können starke Toxine (Giftstoffe) enthalten sein, die der Magen so wieder loswerden will.
Nach dem Erbrechen erholt sich der Magen meist innerhalb weniger Stunden und kann dann mit einem milden Magen- Darm-Tee gepäppelt werden.
Sollten sehr starke Schmerzen und Fieber auftreten, muss der Patient zum Arzt.

Durchfall: empfindliche Menschen bekommen ihn schon durch ungewohnte Speisen, leicht ranziges Olivenöl, schlecht gewaschenen Salat, etc. und sollten solche Lebensmittel meiden. Geht das nicht, kann man schon vorbeugend Tannacomp Tabletten einnehmen. Der Wirkstoff darin beeinflusst nicht die natürliche Tätigkeit des Darms.
Medizinische Kohle nimmt man ein, um Giftstoffe (Toxine) oder Bakterien zu binden und aus dem Darm zu transportieren. Bei Vergiftungen durch verdorbene Nahrungsmittel sind Kohletabletten oder -pulver ein bewährtes Mittel.
Bei leichten Durchfällen hilft ein sehr starker Schwarztee, der min. 10 Minuten ziehen muss, um die Gerbstoffe herauszulösen.
Starke Durchfälle behandelt man mit Tannacomp Tabletten, Imodium Kapseln oder man bereitet einen Tee aus getrockneten Heidelbeeren (2 Esslöffel getrocknete Heidelbeeren in ¼ Liter Wasser ca. 15 Min. kochen).
Auch hier gilt wieder: wenn starke Schmerzen oder Fieber dazukommen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Rehydratation
Wenn der Durchfall mehrere Tage anhält, kann der Darm einige wichtige Stoffe/Salze nicht mehr aus der Nahrung aufnehmen. Das kann dazu führen, dass der Patient dehydriert, sich müde und schlapp fühlt, Kopfweh hat, nicht richtig fit wird. Hier empfiehlt es sich, mehrmals täglich eine Elektrolytlösung wie Oralpädon oder Elotrans zu trinken. In dieser Lösung sind die fehlenden Stoffe (Elektrolyte) enthalten.

Reiseübelkeit, Seekrankheit
Hoher Seegang und Haarnadelkurven machen vielen Reisenden zu schaffen. Die Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, entsteht weil das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, die Augen und verschiedene muskuläre Rezeptoren widersprüchliche Informationen ans Gehirn senden. Von diesem "Datensalat" wird empfindlichen Menschen übel.
Zur Vorbeugung und Behandlung empfehle ich:
1. Ingwer, denn schon die alten Seefahrer haben sich mit dem Kauen eines Stücks Ingwerwurzel über Wasser gehalten.
2. Dimenhydrinat: Dieser Arzneistoff ist in Reisekaugummi (z.B.Superpep) oder Reisetabletten enthalten. Beim Kaugummi setzt die Wirkung sehr schnell ein, da der Wirkstoff über die Mundschleimhaut rasch aufgenommen wird. Tabletten brauchen länger, da sie erst den Magen passieren müssen.
Wer diese Mittel einnimmt, sollte möglichst nicht selbst am Steuer sitzen, da sie müde machen.

Wer Durchfall hatte oder erbrechen muss, sollte immer dran denken, dass andere Medikamente, die man eingenommen hat, dann evtl. nicht wirken.

Schonkost:
Wer durch länger anhaltende Durchfälle viel Flüssigkeit verliert, muss diese wieder ersetzen. Geeignet sind Magen- Darm Tees, Kamillentee, Gemüsebrühe und Wasser. Wenn keine Elektrolytlösung zur Hand ist, kann der Tee leicht gesüßt werden und abwechselnd mit Gemüsebrühe getrunken werden.
Dazu gibt es trockenes Brot, geriebenen Apfel ( das Pektin darin wirkt gegen Durchfall) oder Banane.
Schlecht vertragen werden fettige und stark gewürzte Speisen, Milchprodukte, Fleisch und Alkohol.
Um den Darm und den Magen wieder ans Essen zu gewöhnen, gibt es Nudeln, Reis und gedünstetes Gemüse das möglichst ohne Öl und wenig gewürzt zubereitet wird.

Und nochmal zur Erinnerung: Es gibt ganz üble Bakterien und andere gefährliche Mikroorganismen, die wir nicht mit unserer Reiseapotheke und Schonkost bekämpfen können. Wenn der Patient Fieber bekommt, starke Schmerzen hat oder sich dauerhaft richtig schlecht fühlt, muss er/sie zum Arzt!

Was wir in unserer Bordapotheke im Wohnmobil mitnehmen, könnt Ihr hier lesen: Unsere Bordapotheke

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