Die lettische Grenze

Beim Überqueren der Grenze von Estland nach Litauen, bekommen wir jeder eine SMS mit der Bitte, uns anzumelden und unseren Impfstatus anzugeben. An der Grenze ist niemand, nur ein Schild mit der Aufschrift Latvija.

Der Campingplatz "Jurasdzeni" bei Tuja überrascht uns positiv mit seiner wunderbaren Lage direkt am Strand und dem gepflegten Gelände. Wir werden ausgesprochen freundlich von der Besitzerin begrüßt und herumgeführt. Alles ist liebevoll eingerichtet und sehr sauber.

Wir füllen unseren Wassertank auf, entsorgen das Abwasser und finden einen Platz mit Meerblick.

Es gibt sogar ein Restaurant auf dem Campingplatz, wo wir von einer supernetten jungen Frau bedient werden und den Sonnenuntergang genießen können.

Eine schöne Überraschung sind die lettischen Landstraßen, die sich oft als Schotterpisten entpuppen.

Die mittelalterliche Burg Cēsis

Zur Cesu Pils (deutsch Burg Wenden), einer ehemaligen Deutschordensburg sind es ca. 60 km, die wir gemütlich auf kleinen Landsträßchen von Dorf zu Dorf zurücklegen.

Teilweise sind die asphaltierten Straßen recht holprig, am schönsten sind aber die Abschnitte durch den Wald, vorbei an Bauernhöfen und riesigen Feldern. Die großen Straßen meiden wir mit den Motorrädern, da auf den lettischen Straßen das Gesetz des Stärkeren gelten zu scheint.

Nach Besichtigung der Burgruine sind wir hungrig und finden auch gleich ein leckeres Restaurant. Touristen gibt es keine, draußen kann man ohne Maske sitzen.

Die Speisekarte

So lernen wir nicht nur die lettischen Speisen kennen, sondern auch noch etwas über die lettische Sprache. Zum Glück findet sich jemand, der uns auf englisch bei der Auswahl ein wenig beraten kann.

Das geröstete Knoblauchbrot finden wir noch öfter in Lettland. Sehr lecker!

Unser nächster Ausflug geht zur Burg Turaida bei Sigulda. Eine sehr hübsche Strecke entlang des Flusses Gauja führt uns durch die historische Landschaft Livland. Rund um Sigulda gibt es mehrere Burgen und Schlösser, außerdem kann man auch die Gutmannshöhle am Ufer der Gauja besichtigen.

Auf dem mehrere Hektar großen Areal um die Burg Treyden (auch Burg Fredeland genannt) werden 1000 Jahre lettische Geschichte erzählt. Es gibt nicht nur die restaurierte Burg zu besichtigen, sondern auch eine Kirche und Skulpturen des Bildhauers Indulis Ranka. Man könnte auch mit der einzigen lettischen Seilbahn fahren. Leider ist sie gerade geschlossen. Mehr Infos dazu findest Du hier.

Die Dörfer im Hinterland haben meist einen alten Dorfkern, oft mehrere Kirchen (überhaupt sehen wir unglaublich viele Kirchen) und dann die alten, verratzten Wohnblocks, 3-4 Stockwerke, bröckelnde Fassaden, schiefe Balkone, kaputte Fenster, sicher in der Sowjetzeit gebaut. Oft sehen wir alte Fabrikgelände, zerfallende Gebäude, Überreste einer anderen Zeit.

Vom Camping aus kann man stundenlang am Strand entlang wandern und natürlich herrlich im Meer baden. Im Ort gibt es einen kleinen Laden, der so ziemlich alles führt und auch frisches Brot anbietet.

Mit den Rädern erkunden wir die Küste und das Naturschutzgebiet Vidzeme am "Rigaischen Meerbusen". Die felsige Küste wird seit 1987 geschützt, trotzdem reichen die teilweise riesigen Anwesen mit ihren gigantischen Villen bis ganz vor an den Strand.

Riga ist die Hauptstadt Lettlands und liegt an der Düna. Da der große Fluss mitten durch die Stadt fließt, gibt es viele Brücken unterschiedlicher Höhe.

Wir müssen mehrmals ausweichen auf eine andere Route, da Google Maps nicht berücksichtigt, dass wir 3,70 m hoch sind. Wir lernen auch, dass die Oberleitungen der elektrischen Busse höher sind als unser Wohnmobil.

Auf dem "City Camping" Stellplatz angekommen, packen wir die Räder aus und sind nach wenigen Minuten im Zentrum. Wegen der Reisebeschränkungen sind viel weniger Touristen unterwegs, als in "normalen" Jahren. Weder die großen Kreuzfahrtschiffe noch die Reisebusse mit den chinesischen Gästen kommen nach Riga. Dafür sehen wir überall lange Schlangen vor den Impfzentren.
Die Altstadt von Riga ist sehr schön, mit hübsch renovierten Jugendstil-Gebäuden, unzähligen Kirchen und sehr vielen netten Restaurants. Eine Besichtigung der Innenräume ist momentan nicht möglich.

Hier ein kurzes Video über unseren "Tag in Riga"

In der Shopping-Meile sehen wir schicke Boutiquen bekannter Modelabels und nette kleine Läden. Wir hören die Leute häufig Russisch sprechen. Als wir dann die Altstadt verlassen und in andere Bezirke vordringen, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Es gibt moderne Gebäude mit verspiegelter Fassade, aber auch unzählige heruntergekommene Wohnblocks, verfallene Gebäude , verwahrloste Grundstücke. Man sieht Obdachlose auf den Parkbänken, viele Betrunkene und Kranke. Erst jetzt fällt uns auf, dass die in Schweden und Finnland aus dem Straßenbild verschwunden waren.

Es ist brütend heiß, wir wollen an den Strand. Über Jurmala fahren wir auf der kleinen Küstenstraße P131 zur Landspitze bei Kolka. Es ist Ferienzeit, Hochsaison, alle Letten und Litauer sind unterwegsauf den Straßen, am Strand, in den Restaurants und auf den Campingplätzen.

Diesen wunderbaren Strand entdecken wir bei Melnsils. Jedoch können wir nur eine Nacht bleiben, alle Park- und Campingplätze sind wegen der Sommerferien total überfüllt.

Sushifighter.lv

In Ventspils finden wir diesen kleinen, sehr guten Sushiladen. Ventspils (deutsch Windau) ist eine Hafenstadt an der Einmündung des Flusses Venta in die Ostsee. Der Hafen ist auch im Winter eisfrei und einer der wichtigsten Häfen der Ostsee. Außerdem verfügt Ventspils über das Olimpiskais Centrs Ventspils, eine der größten und modernsten Sportanlagen Lettlands.

Nun fahren wir wieder Richtung Süden an der Küste entlang. Wir probieren mehrere "Kempings" bis wir zwischen Liepaja und Klaipeda einen ruhigen Platz direkt am Meer finden.

Pukarags Camping liegt im Naturschutzgebiet Pape und ist von der A11 nur über eine 10 km lange Piste zu erreichen. Und diese Piste hat es in sich! Wellblech und Schlaglöcher, kein Wunder dass sich kaum ein Wohnmobil hierher verirrt.

Für unsere Enduros dagegen ist die Wellblech-Piste der reinste Spaß! Überhaupt sind die Pisten im Hinterland perfekte "Enduro-Autobahnen" und so gehen wir jeden Tag auf Entdeckungstour.

Sobald wir mit den Mopeds auch nur 5 km weit von der Küste wegfahren, sieht schon alles ganz anders aus: weites, plattes Land, Felder, vereinzelte riesige Bauernhöfe. Hier ist Erntezeit. Die Feldern reichen bis zum Horizont, die Mähdrescher ziehen in der sengenden Hitze ihre Bahnen, Kinder sitzen auf dem Traktor und Störche stochern in der trockenen Erde. Wir sehen überall Storchennester mit 2 oder 3 Störchen drin, manchmal stehen sie auch einfach an der Straße. Bei unserer Tour durchs lettische Hinterland entdecken wir nicht nur idyllisch gelegene, bunte Bauernhäuschen, sondern auch viele ältere Plattenbauten, die einen etwas heruntergekommenen Eindruck machen. Es gibt reichlich Erinnerungsstücke an die Sowjetzeit und große Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Unsere Infos über Lettland findest Du hier: LETTLAND

Zur Grenze nach Litauen sind es nur etwa 10 km. Hier geht´s zu unserem Reisebericht Litauen

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